Erich Heeder
Stadtteilkünstler unterstützt Obdachlose

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11. Februar 2018
Autor: Erich Heeder


Mein Name ist Erich Heeder, und ich bin Stadtteilkünstler in Mümmelmannsberg. 1952 in Niedersachsen geboren, fand ich sehr früh zur Kunstmalerei, nämlich im Jahr 1963. Von Beginn meiner künstlerischen Karriere an war mir klar, dass ich mit meiner Kunst etwas bewirken möchte, nämlich denjenigen helfen, die auf Hilfe angewiesen sind und nicht selten vergessen werden: gemeinwohlorientierte Vereine, Obdachlose, sozial Benachteiligte. Ich unterstütze daher auch persönlich Obdachlose und sozial schwache Personen u.a. bei der Suche nach Wohnraum. Und ich lerne dabei jedes Mal faszinierende Menschen kennen, die vollgefüllt sind mit interessanten Geschichten und bewegenden Einzelschicksalen, die mich immer wieder von neuem inspirieren. Anfang 1982 gründete sich der Verein „Offenes Atelier in Mümmelmannsberg e.V.“. Sein Ziel ist es, den Menschen in Mümmelmannsberg einen freien Zugang zur Kunst und Kultur zu ermöglichen. 1986 wurde ich hier Vereinsmitglied und bin im Moment zweiter Vorsitzender. Auch im Stadtteilbeirat Mümmelmannsberg arbeite ich sehr aktiv mit, um gemeinnützige Projekte unterstützen oder ganz direkte Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können. In Zusammenarbeit mit "Lass 1000 Steine Rollen" Mümmelmannsberg wurde durch mich das Graffiti-Projekt für Jugendliche in Mümmelmannsberg ins Leben gerufen sowie auch das Projekt „Kunst für Künztler“, das fast zehn Jahre lang in verschiedenen großen Hotels durchgeführt wurde. Ich war Initiator des Literatur-Projekts „Schreibwettbewerb bei Hinz&Kunzt“, welches zehn Jahre lang im Thalia Theater Hamburg lief, gespickt mit Vorlesungen der Beteiligten und prominenten Schauspielern.

Gemeinsam mit HINZ&KUNZT habe ich das Projekt "WinterCafé" am Gerhard Hauptmann Platz umgesetzt. Seit vielen Jahren pflege ich konstruktive Beziehungen mit dem Kunstbüro Wilhelmsburg e.V. und der FreiwilligenBörseHamburg (http://www.freiwilligenmanagement.com).

Was mir neben den immer zahlreicher werdenden Obdachlosen im Moment sehr am Herzen liegt, ist die geplante Schließung der Kantine im Billstedter Ortsamt. Ich finde es absolut unverantwortlich, eine Kantine zu schließen, die nicht nur schmackhafte Gerichte für den kleinen Geldbeutel bietet, sondern die vor allem auch einen sozialen Treffpunkt für hunderte Senioren darstellt, welche hier tagtäglich ihr Mittagessen einnehmen oder sich dieses aus Alters- oder Gesundheitsgründen nach Hause liefern lassen. Für all diese Senioren bedeutet die Schließung das Ende ihrer sozialen Kontakte.

Ich freue mich heute einerseits darüber, dass ich mit meiner Kunst und meinem persönlichen Einsatz gemeinsam mit vielen Mitwirkenden schon viel in meinem Stadtteil und in Hamburg bewegen konnte. Andererseits sehe ich, dass die Zahl der Obdachlosen, Armen und Benachteiligten nicht abnimmt, sondern im Gegenteil zunimmt. Daher hoffe ich, dass gleichzeitig auch die Zahl derjenigen Menschen zunimmt, die sich genau wie ich mit ihren Gaben, Talenten, ihren Mitteln und Möglichkeiten für ihre Mitmenschen einsetzen, damit die Schere zwischen Arm und Reich nicht noch weiter auseinander geht, sondern endlich geschlossen werden kann und eine Gesellschaft hervorbringt, in der jeder sich gern um den Anderen kümmert.

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