Dounia El Korchi-Buchert
Hilft Menschen mit Freude

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26. August 2017
Autorin: Dounia El Korchi-Buchert


Wieso investierst du so viel Zeit? Woher nimmst du die Nerven? Wie kommst du mit dem Leid dieser Menschen klar? Was hast du davon, diese Arbeit zu machen? So ganz umsonst?

Das sind Fragen, die man oft gestellt bekommt, wenn man so arbeitet, wie ich es tue. Ich bin mit 21 Jahren nach Deutschland gezogen und habe meine Diplomarbeit in Mikrobiologie geschrieben. Ich habe mich auch lange in diesem Berufsfeld beschäftigt. Ich habe zwei Töchter erzogen, die zu selbstständigen und selbstbewussten Frauen herangewachsen sind. Damals, als wir den deutschmarokkanischen Kulturkontakt e.V. gründeten, lag unsere Arbeit hauptsächlich darin, die Kulturen zu verbinden, einen kulturellen Austausch zu schaffen, der Gesellschaft ein besseres Bild der marokkanischen Kultur zu vermitteln. Ich habe lange mit jugendlichen Straftätern gearbeitet, die im Gefängnis ihre Strafe absaßen. Ich half ihnen bei der Resozialisierung und dabei den Kontakt zu ihren Familien wiederzufinden, weil ich weiß wie viel Halt und Kraft ein Familie bieten kann und wie wichtig genau das für diese Jugendlichen war. Mit der Zeit entwickelte sich meine Arbeit weiter. Unser Engagement wurde an andere Stelle mehr benötigt. Durch den Kontakt zu Dr. Hassan Ied und Fathi Abu Toboul kamen wir zu der Flüchtlingshilfe mit dem naheliegenden Schwerpunkt auf Flüchtlingsfamilien. Wir vermitteln bei vielen Familienkonflikten, die bei dem Stress schnell zu Stande kommen und versuchen die Kinder sowie auch die Eltern, bei dem Überwinden ihres Traumas zu unterstützen. Auch sonst sind wir immer Anlaufstelle bei Problemen aller Art. Nebenbei bieten wir auch Unterstützung beim Erlernen der deutschen Sprache und der Kommunikation bei den vielen Terminen - zum Beispiel bei verschiedenen Behörden- und Arztterminen.

Um ein paar der bereits genannten Fragen zu beantworten: Ich investiere so viel Zeit, weil ich selber erfahren habe, wie es ist, in einem fremden Land alleine klarkommen zu müssen. Ich weiß wie es sich anfühlt. Meine Freude und Motivation sammle ich, wenn ich sehe, wie dankbar die Menschen sind, denen ich geholfen habe. Es gibt mir Kraft, zu sehen, wie Familien wieder zusammen finden und es macht mich glücklich, zu wissen, dass ich meinen Anteil daran leisten konnte. Ich denke, dass das wichtigste ist, dass man als Mensch einen guten Kern hat. Ganz tief im Inneren. Diesen Kern muss man haben. Ohne geht es nicht. Ich finde es zwar schade, es so sagen zu müssen, allerdings ist das eine Eigenschaft, die man leider nicht erlernen kann. Es mag egoistisch klingen, aber diese Arbeit gibt mir etwas. Es gibt mir die Freude, etwas geleistet zu haben, womit ich anderen Menschen helfen konnte. Ich erfreue mich an dem Glück dieser Menschen. Mich überwältigt das Vertrauen, das sie mir entgegen bringen. Diese Menschen, die mich nie zuvor gesehen haben, die zu mir kommen und ihre Probleme mit mir teilen und mich um meine Hilfe bitten. Ihr Vertrauen ehrt mich und es macht mich Stolz.

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